Was ist die Aromatherapie ?

Aromatherapie bringt durch ätherische Öle Körper, Geist und Seele in Einklang. Sie wirken unmittelbar auf das Gehirn und beeinflussen darüber eine Vielzahl von psychischen, emotionalen und körperlichen Steuerungsmechanismen, von denen wir gesteuert werden, ohne dass es uns bewusst ist.

Ätherisch bedeutet himmlisch, zart, vergeistigt.

Düfte wirken entspannend, stimulierend, aktivierend und anregend.

Aromatherapie ist natürlich kein Allheilmittel, das mit einem passenden Duft für jede Krankheit und Lebenssituation in Kürze all das wieder ins Lot bringt, was über Jahre aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei Erkrankungen ist sie kein Ersatz für eine medizinische Behandlung! Dennoch bieten ätherische Öle eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die uns im täglichen Leben eine echte Hilfe sein können.

Riechen

Das Duftgedächtnis im Menschen ist viel besser ausgeprägt als das Bildgedächtnis. Mit der Atemluft steigen die ätherischen Öle wie unsichtbarer Rauch in die Nase und werden über Nervenbahnen direkt an den Geruchssinn weitergegeben, wo Erinnerungen und Gefühle ausgelöst werden. Manchmal sind es  gute und manchmal sind es schlechte Erinnerungen.

Sinn der Aromatherapie ist es, unseren Geruchssinn zu sensibilisieren, nicht nur unangenehme Gerüche einfach mit einem Duft zu übertünchen. Wir nehmen sowohl die angenehmen als auch die unangenehmen Gerüche wieder bewusst wahr. Unabhängig von unserer Wahrnehmung beeinflussen uns die verschiedenen Duftstoffe stärker als bisher angenommen.

Gewinnung

Ätherische Öle werden aus verschiedenen Teilen von aromatischen Pflanzen gewonnen z.B.:

  • Eukalyptus – Blätter
  • Rosmarin – Kraut
  • Edeltanne – Nadeln
  • Rose – Blüten
  • Sandelholz – Holz
  • Anis, Fenchel – Samen
  • Orange, Mandarine – Fruchtschale
  • Zimt- Rinde
  • Weihrauch – Harz
  • Vanille – Schoten

Wasserdampfdestillation

Ist die gebräuchlichste Methode zur Gewinnung von ätherischen Ölen. Es werden die zerkleinerten, meist angetrockneten Pflanzenteile auf einen Gitterrost gelegt und mit Wasserdampf  beschickt, der die in den Pflanzen enthaltenen Öltropfen herauslöst. Der aufsteigende Wasserdampf wird durch ein gekühltes Rohr geleitet. An dessen Enden werden Wasser und Öl in einem Behälter aufgefangen. Da die meisten Öle leichter als Wasser sind, schwimmen sie an der Oberfläche und können abgeschöpft werden. Die Apparatur und die Methode ist der Destille und der Vorgangsweise beim Schnapsbrennen ähnlich. Mit Wasserdampfdestillation hergestellte Öle haben eine sehr gute Qualität.

Kaltpressung

Diese Art der Ölgewinnung wird ausschließlich bei Zitrusfrüchten angewendetEin leichter Druck mit dem Fingernagel genügt bereits, um das Öl aus den Schalen herausspritzen zu lassen. Früher wurde das Öl aus den zerkleinerten Fruchtschalen noch mit Handpressen gewonnen, heute wird maschinell gepresst.

Die Kaltpressung ergibt hochwertige Essenzen die jedoch nur begrenzt haltbar sind. Als Richtwert nimmt man bei korrekter Lagerung 1 Jahr. Durch kühle und dunkle Lagerung kann die Haltbarkeit auf ca. 2 Jahre verlängert werden.

Kaufetikett

Bei qualitativ hochwertige ätherischen Ölen werden die Erzeuger gerne folgende Angaben auf dem Etikett der Verkaufsflasche machen:

  • 100% naturreines ätherisches Öl
  • deutscher Pflanzenname, lat. botanische Bezeichnung der Pflanze
  • Herkunftsland
  • Anbauweise: Biologischer Anbau oder Wildsammlung
  • Pflanzenteil
  • Gewinnung : Wasserdampfdestillaton oder Kaltpressung
  • Warnhinweise
  • Menge
  • Herstellungsvorgang
  • Chargennummer = alle Endprodukte, die  in einem einheitlichen Herstellungsvorgang hergestellt werden, bezeichnet man als Charge und vergibt dafür eine Nummer für die Dokumentation, die Chargennummer.

Aufbewahrung

Lichtschutz, daher werden ätherische Öle in dunklen Glasfläschchen gelagert.

Wärmeschutz: ätherische Öle sollen immer kühl gelagert werden, aber nicht im Kühlschrank.

Schutz vor Sauerstoff: die Flaschen immer gut verschließen.

Die Haltbarkeit ist sehr unterschiedlich. Bei guter Lagerung ca. ein Jahr. Rosenholz oder Sandelholz verbessern ihre Qualität bei längerer Lagerung, das heißt, sie reifen.

Einteilung der Düfte

Kopfnote

  • Dazu gehören alle Zitrusfrüchte; sie sind sehr beliebt, verdampfen aber auch sehr schnell
  • Wirkung: Erfrischend, kühlend, straffend
  • Dosierung: 5- 10 Tropfen

Herznote

  • Dazu gehören die Blütendüfte! meistens werden sehr gerne oder gar nicht gemocht
  • Wirkung: ausgleichend, beruhigend, aufbauend, entspannend, entkrampfend
  • Dosierung: 1-2 Tropfen

Basisnote

  • Fichte, Tanne, Kiefer, Wachholder
  • Wirkung: Stabilisierend, festigend, stärkend
  • Dosierung: 3-6 Tropfen

Anwendung

Äußerlich

  • Salben
  • Sprays
  •  Duftmischungen
  • Bäder: 10 -15 Tropfen ätherisches Öl auf 1-2 EL Milch oder Obers geben und zum Badewasser dazugeben; ätherische Öle passen auch sehr gut  mit Meersalz zusammen

Innerlich

  • Einen Tropfen auf eine Brotrinde geben; ätherische Öle werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Durchs Kauen wird das Brot gut eingespeichelt

Ziel der Behandlung

Ätherische Öle heilen nicht, sie sorgen für ein besseres Wohlbefinden!

Verwendung

  • Raumbeduftung:  z.B. Duftlampe, Duftstein, Duftbrunnen……
  • Bei der Duftlampe ist es wichtig, dass das Wasser nicht zu heiß wird. Ist der Abstand zwischen Wasserbehälter zur Kerze hoch, nimmt man weniger Wasser und umgekehrt!!!!!
  • Bei Duftwechsel  bitte die Schale immer gut reinigen, sonst einmal wöchentlich mit reinem Wasser und einem weichen Tuch reinigen.
  • Krankenhausgeruch ist für viele Leute deprimierend. Wenn man ins Krankenhaus muss, fühlt man sich mit seinem Lieblingsduft im Gepäck einfach besser; ie können diesen Lieblingsduft z. B. auf ein Tuch träufeln und dieses Tuch auf das Nachtkästchen legen.
  • Für Kinder, die Heimweh haben (Ferienlager, Landschulwoche, etc.): träufeln sie einen Duft, den die Kinder natürlich mögen (das ist unbedingt zu beachten!) auf ein Stofftier und die Kinder riechen daran und sind nicht mehr so traurig.
  • Lavendel eignet sich sehr gut beim Einsatz gegen Schlafprobleme! Ein paar Tropfen auf den Polsterbezug geben oder auf ein Tuch und auf das Nachtkästchen geben. Lavendel hat eine sehr beruhigende Wirkung.
  • Wenn Ihre Pflanzen Blattläuse haben: einige Tropfen Lavendelöl ins Gießwasser zufügen oder mit Wasser vermischt in eine Sprühflasche geben und z. B. bei Rosen die Blattunterseite besprühen.

Am Anfang genügt es, wenn Sie zwei bis drei Öle zuhause haben. Machen Sie es sich nach einem stressigen Tag mit ihrem Lieblingsduft gemütlich oder machen Sie sich ein entspannendes Bad und lassen Sie sich überraschen – was Angenehmes passieren kann!